Frank Dorn

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SÄCHSISCHE ZEITUNG · ONLINE 20.10.2026 · PRINT 21.10.2026

Frank Dorn präsentiert „Sie haben geschwiegen“

Ein ausführliches Autorenporträt über die Entstehung seiner Psychothriller, die Frage nach Schuld und Schweigen und seine erste öffentliche Lesung.

„Ich habe mir die Frage gestellt, wie man mit solch einer Schuld leben kann.“

— Frank Dorn, Sächsische Zeitung

FRANK DORN IN DER PRESSE

SÄCHSISCHE ZEITUNG | 20. OKTOBER 2026

Debüt in Hartha: Frank Dorn stellt seinen Psychothriller „Sie haben geschwiegen“ vor

Der Waldheimer Christian Müller schreibt Kinderbücher – und unter dem Pseudonym Frank Dorn Psychothriller. Sein zweites Werk, „Sie haben geschwiegen“, erscheint am 15. November. Was seine Arbeitskollegen damit zu tun haben und welche Premiere er feiert.

Von Sylvia Jentzsch
Sächsische Zeitung · 20.10.2026, 19:00 Uhr

Der vollständige Zeitungsartikel

Waldheim. Für Frank Dorn kann es nicht gruselig genug sein. Dabei geht es nicht um Halloween, sondern um die Psychothriller, die er schreibt.

Am 15. November wird sein zweites Buch mit dem Titel „Sie haben geschwiegen“ erscheinen und kann bei Amazon bestellt werden.

Wenn der Waldheimer seinen Laptop aufklappt, um zu schreiben, hat er das nächste Kapitel bereits im Kopf. „Die Konzeptidee entwickelt sich immer weiter“, sagte der 38‑Jährige.

„Habe ich tagsüber eine Eingebung, wie der Thriller noch spannender werden könnte oder wie das Kapitel weitergehen soll, dann schreibe ich mir das auf. Das Ganze wird dann verarbeitet, wenn ich am späten Abend oder Samstagmorgen am Küchentisch sitze.“ Doch es passiert auch, dass er 20 geschriebene Kapitel löscht und noch mal beginnt.

Wie aus einzelnen Szenen am Küchentisch ein Manuskript entsteht

Seine Thriller entstehen zunächst als einzelne Szenen und Gedanken. Sie sammeln sich, verbinden sich – und entwickeln sich schließlich zu einem Manuskript. Dem Autor geht es nicht um rohe Gewalt. Bei ihm stehen die Abgründe menschlicher Entscheidungen im Mittelpunkt.

Frank Dorn liest gern Bücher von Sebastian Fitzek, dem meistgelesenen deutschen Thriller-Autor. „Er ist mein Vorbild. Von ihm lasse ich mich inspirieren. Außerdem habe ich mir im Selbststudium angeeignet, wie ein Thriller aufgebaut wird“, sagte Frank Dorn. Das ist ein Pseudonym.

Ich setze die detailgenaue Beschreibung des Geschehens, ohne alles zu verraten. Denn es ist wichtig, dass Bilder im Kopf des Lesers entstehen.

Frank Dorn, Thriller-Autor

„Frank habe ich gewählt, weil der Vorname ‚der Freie‘, ‚der Tapfere‘ oder ‚der Franke‘ bedeutet. Dorn verbinde ich mit Dornen, die Verletzungen verursachen und Blut fließen lassen“, so der Waldheimer.

Er ist im wahren Leben im medizinischen Bereich tätig. „Ich wollte eine klare Trennung. Denn ich schreibe auch Kinderbücher, Geschichten von Teddy Brummbrumm, entwickle Mit-Mach-Bücher oder Adventskalender“, so Christian Müller.

Christian Müller schreibt Kinderbücher – Frank Dorn lässt Blut fließen

Auch wenn er schon lange von den Thrillern von Sebastian Fitzek fasziniert ist, so ist er erst durch seine Tochter auf die Idee gekommen, nicht nur nette und lehrreiche Geschichten für Kinder zu schreiben. Aurora hatte eine Osterhasen-Gruselmaske auf. Da schoss es dem Autor plötzlich durch den Kopf, was passiert, wenn man sich verstecken, in eine andere Rolle schlüpfen kann.

„Ich setze auf die detailgenaue Beschreibung des Geschehens, ohne alles zu verraten. Denn es ist wichtig, dass Bilder im Kopf des Lesers entstehen. Denn manchmal sind die eigenen Vorstellungen beunruhigender als alles, was eine Geschichte offen zeigen könnte“, so Frank Dorn. Und so entstand das erste Buch „Der Osterhase“, das kurz vor Ostern dieses Jahres erschienen ist.

Was eine Osterhasen-Gruselmaske mit dem ersten Thriller zu tun hat

Ein Psychothriller zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er mit ganz alltäglichen Ängsten spielt. Es werden Themen und Schicksale aufgegriffen, die jedem passieren könnten, also nah an der Realität sind. Es gibt immer antagonistische Kräfte, die Chaos und Unsicherheit verbreiten.

Und so ist es auch bei Frank Dorn. Sieben Freunde verbringen im Thriller „Der Osterhase“ gemeinsam ein Wochenende. Einer davon stirbt. Etwa zehn Jahre später kehren sechs Protagonisten noch einmal zurück. Das ist der Punkt, an dem der Psychthriller beginnt. „Ich habe mir die Frage gestellt, wie man mit solch einer Schuld leben kann, und daraus den Leitfaden für meinen ersten Thriller entwickelt. Dabei hinterfrage ich, ob Schuld erst mit einer Tat beginnt oder es manchmal schon genügt, wegzusehen, zu schweigen und darauf zu hoffen, dass irgendwann niemand mehr darüber spricht“, so Frank Dorn.

Sieben Freunde, ein Toter – und die Frage nach der Schuld

Der zweite Psychothriller mit dem Titel „Sie haben geschwiegen“ knüpft an die damaligen Ereignisse an, kann aber unabhängig vom ersten Buch gelesen werden. Rund zehn Jahre nach dem Hüttenwochenende beginnt die nächste Generation, die Vergangenheit zu hinterfragen. Im Mittelpunkt stehen Mara und Jolina. Bei ihren Nachforschungen stoßen sie auf Widersprüche, verschwundene Akten und auf Menschen, die über die damaligen Ereignisse bis heute schweigen.

Es ist und bleibt spannend. „Die Leser sollen eine Geschichte nicht nur lesen. Sie sollen sie vor ihrem inneren Auge sehen, sich in sie hineinversetzen können, in ihr versinken und vielleicht noch über sie nachdenken, wenn die letzte Seite längst gelesen ist“, so Frank Dorn.

Warum Frank Dorns Arbeitskollegen im Thriller mitspielen

Für einige seiner Figuren hat sich Frank Dorn bei den Namen für seine Protagonisten durch sein berufliches Umfeld inspirieren lassen. Die Charaktere, ihre Eigenschaften und ihre Handlungen sind jedoch fiktiv. Seine Kollegen wissen davon und verfolgen die Entstehung seiner Bücher mit Spannung.

„Sie drängeln auch und wollen wissen, wie es weitergeht“, so der Autor. Er habe für sein erstes Buch viele tolle Rezensionen aus ganz Deutschland erhalten. Das Manuskript des zweiten Buches, weitere sind geplant, haben Testleser bereits positiv bewertet. Das hat Mut gemacht, neue Schritte zu gehen, so Frank Dorn.

Einer dieser Schritte ist die erste öffentliche Lesung in der Harthaer Bibliothek am 28. November. „Ich hatte Bedenken. Doch mir haben viele Menschen gut zugesprochen. Außerdem habe ich die Moderatorin des Spindelfaschingclubs, Tina Schiller, an meiner Seite, die durch den Abend führen wird“, sagte Christian Müller.

Das Interesse sei groß. Karten mussten schon nachgedruckt werden. „Es wird nicht nur eine Lesung. Wir wollen mit dem Publikum agieren, sozusagen ein Experiment wagen, bei dem alles anonym ist. Dabei geht es um Schuld, Schweigen und Wegsehen“, so der Autor.

Christian Müller ist froh, dass seine Familie, vor allem seine Frau und die Kinder sowie viele Freunde und Bekannte, hinter seiner Arbeit stehen, ihn darin bestärken und ihm den notwendigen Freiraum verschaffen. Denn er arbeitet parallel auch weiter an seinem Kinderbuchprojekt.

Lesung am Samstag, 28. November, um 18 Uhr in der Bibliothek in Hartha. Der Eintritt kostet 5 Euro. Karten gibt es in der Stadtbibliothek.

Ein persönliches Wort von Frank Dorn

Als ich diesen Artikel zum ersten Mal in der Zeitung gesehen habe, war das ein ganz besonderer Moment.

Was einmal mit einer Idee, einem Laptop und vielen Stunden am Küchentisch begann, hat inzwischen einen Platz in der Sächsischen Zeitung gefunden.

Ich möchte mich von Herzen bei Sylvia Jentzsch für das angenehme Gespräch, ihr Interesse und die ausführliche Berichterstattung bedanken.

Ein ebenso großes Dankeschön gilt meiner Familie, meinen Freunden, meinen Testlesern und allen Menschen, die meine Geschichten lesen und mich auf diesem Weg begleiten.

Frank Dorn

Quelle: Sächsische Zeitung
Autorin: Sylvia Jentzsch
Online veröffentlicht: 20. Oktober 2026
Printausgabe: 21. Oktober 2026, Lokalteil, Seite 14

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„Ich habe mir die Frage gestellt, wie man mit solch einer Schuld leben kann.“

FRANK DORN · SÄCHSISCHE ZEITUNG

„Denn manchmal sind die eigenen Vorstellungen beunruhigender als alles, was eine Geschichte offen zeigen könnte.“

FRANK DORN · SÄCHSISCHE ZEITUNG

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